Hannover | eine verklärte Liebeserklärung

20 07 2009

Hannover Zentrum. Der Kröpcke, Dreh- und Angelpunkt für Shopping, Ausgehen und Dates. Samstag früher Abend. Die Sonne färbt sich orange und die flimmerige Hitze des Tages wechselt mit der Verheißung auf das, das in der Nacht kommen mag. Es ist die Stunde, in der die Kauflust abflaut und die ersten Nachtschwärmer auftauchen. Und die Stunde der Jungesellen-Abschiede. Kampf-Trink-Trupps in den schillerndsten Verkleidungen scheinen wie Pilze aus dem Boden zu sprießen, tauschen gegen Geld, Küsse und Schnäpse.

Für einen Jeden der am Bahnhof in Hannover ankommt und zur besagten Stunde seinen Weg durch die Stadt bahnt, wird es nicht schwer gemacht die Stadt als charakterlose Ansammlung von Oberflächlichkeiten wahrzunehmen. Nun gut, ausgelassene Früh- oder Spät-Zwanziger gibt es auch in anderen Städten, aber genau diese Bild fügt sich harmonisch in die latente Wahrnehmung der Oberflächlichkeit, die bei einem jeden Hannover-Besucher der nicht auf Abwegen wandelt, entsteht.

CIMG9928Hannover scheute sich nicht, beflügelt durch Expo und CeBIT, sich mit anderen Metropolen dieser Welt zu vergleichen. Was die Stadtplaner nicht beachteten, dass ohne Identität kein Image zu haben ist. Es fehlt das Profil. Hannover kann weder mit der Schnoddrigkeit Berlins, dem Sovoir Vivre Paris oder dem Wiener Schmäh, mithalten.

Die Belanglosigkeit zeigt sich bei diversen öffentlichen Großveranstaltungen, wie bei dem gefeierten Schützenfest, das die selbsternannte Weltstadt wieder auf Niveau zahlreicher, nicht näher benennenswerter norddeutscher Dörfer erdet.

Allgegenwart des Profanen und die Alltäglichkeit des Durchschnitts

Zum Glück geht es aber auch anders. Denn Eines haben viele Bewohner dieser Stadt erkannt, die Mündigkeit, sich nicht dem Dahin-Leben in der Niveaulosigkeit, hinzugeben. Es gibt sie nämlich, die kleine Inseln, die sich nicht in die Allgegenwart des Profanen und die Alltäglichkeit des Durchschnitts einfügen. Man muss sie nur entdecken, die Inseln der Entfaltung.

Es ist wieder Samstag, ich laufe über den Kröpcke, einen Cafe in der Hand, ein angeheiterter Männerchore grölt „zehn nackte Frisösen“ und ich muss schmunzeln denn ich weiß es geht auch anders.





Im Frühling zwitschern nicht nur die Vögel von den Dächern

21 06 2009

Nachdem bereits meine Eltern Twitter in Ihren Wortschatz aufgenommen haben und selbst das Unterschichten-Fernsehen sich der Thematik angenommen hat, wird es auch für mich Zeit, eine Lanze gegen Twitter zu brechen. Denn die Belanglosigkeit nimmt Überhand. Einmal von der Opposition im Iran abgesehen, verbreitet Twitter nur aufgeblasene und oberflächliche Nichtigkeiten, getrieben vom Hedonismus und Narzissmus derjenigen, die sich selbst zum Dunstkreis der digitalen Boheme zählen.

Es soll nicht um die Fähigkeit einiger Blogger gehen, keine anständigen Sätze formulieren zu können. Nein die Oberflächlichkeit unserer Generation ist leider nicht mehr mit Humor zu ertragen, sondern auch mit Besorgen zu beobachten. Picken wir uns zur Anschauung ein Gewächs dieser Bewegung einmal heraus. Valentin Tomaschek zum Beispiel, einer der „irgendetwas mit neuen Medien macht“, lässt seinen Hund Hazel twittern. Zu bemitleiden ist Hazel eigentlich nicht, sondern eher die 443 Follower, denen ein Hundeleben viel zu bedeuten scheint.

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Home – es ist zu spät ein Pessimist zu sein

7 06 2009
Home, ein Film über die Schönheit der Erde und ihre Zerstörung, über bewussten ökologischen Konsum als Ausweg? Letzten Freitag, am Weltumwelttag startete Home, der Film des französischen Fotografen Yann Arthus-Bertrand in Kooperation mit Luc Besson zeitgleich in Kinos, im Free-TV und auf Youtube, wo bereits am Wochenende über 700.000mal die deutsche und englische Version geklickt wurde.

„Es ist ein göttlicher Blick. Der von oben. In ruhigen, gleitenden Bewegungen schweben wir über die Erde. Und sehen ihre Schönheit. Aber auch ihre Makel. Wie ein Gott betrachten wir eine Schöpfung. Aber nicht als eine, die wir erschaffen haben, sondern eine, die wir im Begriff sind zu zerstören.“ (zander, welt online)

Markt am Fluss
Wie auch schon die Foto-Arbeiten von Yann Arthus-Bertrand, zeigt Home Landschaften, Menschen, Tier von oben. Home will kein Dokumentarfilm sein, diesen Anspruch hat er auch nicht. Er zeigt vielmehr grandiose und mitreißende Bilder, die mit Texten über die Geschichte der Erde und das Wirken des Menschen auf ihr kommentiert werden. Die großen ökologischen Fragen, wie das Schmelzen der Polkappen und das Abholzen von Regenwäldern,werden aus dem off aufgegriffen. Der Film wirkt zuerst zusammenhanglos durch den Kontrast der Bilder mit dem Text. Home aber vereinbart das scheinbare widersprüchliche; die atemberaubenden Luftbilder und die Botschaft dahinter.




Indian Summer

6 10 2008

Da ich den letzten Herbst und Winter in Gegenden verbracht habe, in der das Thermometer nicht unter 20 Grad sinkt, ein paar Gedanken zum Herbst:

Die letzte Brise des Sommers ist vergangen und die Nachwirkungen erhitzter Gemüter verklingen im Wind. Über die ersten Stunden im raschelnden Laub legt sich eine seichte Melancholie. Das prickelnde Rauschen des Verlangens, das sonst wie ein heißes Flimmern in der Luft lag, wird durch das Verlangen nach Nähe und Geborgenheit verdrängt. Der Raum, den früher Heiterkeit und Unbeschwingtheit eingenommen haben, füllt sich nun mit Sentimentalität. Kälte und Regen verändern uns, unser Leben wird ruhiger, mit weniger Energie, wie im Winterschlaf. Als würde die Sonne, die uns im Sommer mit lebenswichtiger Energie und guter Schwingung versorgt hat, durch den Grauschleier des Novembers abgelöst werden.





Auf den Spuren des Orientexpress: Wien – Istanbul 2800 km, 7 Länder, 14 Tage.

23 06 2008

Bevor für mich endgültig der Ernst des Lebens beginnt und ich ins Berufsleben einsteige, erfülle ich mir noch einen Traum. Ich werde auf den Spuren des Orientexpress, von Wien nach Istanbul fahren. Meine Tour wird mich jeweils mit dem Nachtzug über Budapest, Belgrad, Sofia, Bukarest und Veliko Tarnovo nach Istanbul führen. Und fast wie immer auf meinen Wegen und Reisen ist auch ein schlaues und weises Buch dabei, diesmal ein Paulo Cohelo und die Reise führt so auch ein wenig zu mir selber. Das Gefühl zu erleben, wenn ich am Abend in den Nachtzug steige, dort wo es nach Abenteuer riecht und in manch Städten auch noch mehr als das. Die Landschaft zieht vorbei und am nächsten Morgen erwacht man in einer fremden Stadt in einem anderen Land. Nicht nur, dass man durch das fahren Zug ein Gefühl für Entfernungen bekommt, es ist gerade auch nachts (mit einem Bett) angenehme Reise. Diese Art der Fortbewegung hat mich so richtig das erste mal in Indien überwältigt. Ohne Streß und Zeitdruck einfach losfahren, einschlafen und ankommen.

Berichte & Fotos auf meinem alten Blog





Archiv ältere Einträge

22 06 2008

Der Blog ist ab sofort hierher umgezogen, Ältere Einträge stehen aber dennoch auf blogger.com zur Verfügung. Wie zum Beispiel aus den Kategorien IndienReisen oder Paris








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